Die oberste Direktive des ewigen Terrariums

In vielen Science Fiction Filmen
gehört zur obersten Direktive, in eine fremde Welt
oder Zivilisation nicht einzugreifen.

Nun mag es manchmal mit Kindern schwer zu ertragen sein, wenn der kleine Wurm, die Schnecke, die Assel oder was auch immer sich in dass ewige Terrarium verirrt hat, den Tod findet. Aber gerade für das ewige Terrarium gilt es,
das kleine Universum sich selbst zu überlassen.
Wir sind (fast) nur Beobachter.

Da die Pflanzen Licht und Wärme benötigen, ist es legitim, sie ins Sonnenlicht zu stellen oder in den Schatten, in die Wärme oder an einen kühleren Ort, wenn es sich übermäßig aufgeheizt hat.
Öffnen sollten wir es jedoch nicht.

Im ewigen Terrarium können wir beobachten, das Pflanzen wachsen, absterben,
zu Dünger zerfallen und neue Pflanzen dadurch die Lebensgrundlage erhalten.
Jedes ewige Terrarium entwickelt sein eigenes Klima
und bemüht sich ein Gleichgewicht herzustellen.

Würden wir es öffnen, dann griffen wir in diesen Prozess ein
und würden das Innenklima verändern.
Der Prozess müsste von vorn beginnen.
Es wäre dann noch ein Terrarium,
aber eben gerade kein ewiges mehr.

Oberste Direktive lautet also:

Finger weg !   –  Einmal verschlossen – für immer verschlossen !

Auch Kinder sollten das lernen und wer weiß,
vielleicht wird dabei aus so manchem Zappelphilipp ein stiller Forscher.
.                                                                                                                      Ricarda

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3 Kommentare zu Die oberste Direktive des ewigen Terrariums

  1. Schnella sagt:

    Ich finde nicht, dass Kinder lernen sollten, dass wissenschaftliche Versuchsanordnungen wichtiger sind als Leben. Respekt vor dem Leben anderer, und sei es dem des kleinsten Insekts, würde der Menschheit gut tun.
    Anscheinend sind Kinder noch sensibel für die Problematik, aber wir Erwachsenen bringen ihnen schon bei, ungerührt dem Tod einer kleinen Schnecke oder Fliege oder eines „Was-auch-immers“ zuzusehen.
    Freiheit für Erna!

    • Ricarda sagt:

      Hallo Schnella,

      ich sehe im ewigen Terrarium keine Versuchsanordnung. Ich habe Erna auch nicht ins Terrarium gesetzt. Sie war wahrscheinlich irgendwo in der Erde. Ich habe sie erst nach einer Woche entdeckt.

      Erna hat Größe und Gewicht verdoppelt. In der Natur sterben viele Schnecken im Winter, nachdem sie ihre Eier in der Erde abgelegt haben.

      Nun darf natürlich jeder seine Meinung haben und äußern. Meine dazu ist: man kann es auch übertreiben.

      In Zeiten, in denen Kleinkinder in Kitas mit Terrorismus und seinen Folgen konfrontiert werden, in der Vorschule von Grünen aufgeklärt werden, was Sex ist – mit allen Spielarten, die der Porno-Markt her gibt – finde ich das ewige Terrarium eher wohltuend. Wir können aber auch gern darüber diskutieren, ob man kleinen Kindern nicht abgewöhnen sollte Burger zu essen, indem man sie mit in den Schlachthof nimmt, damit ihnen die Lust an MCDonalds vergeht.

      Ich kann mich noch gut erinnern, dass kleine Kinder das Bedürfnis hatten, ihren ersten Käfigvogel zu beerdigen oder den Hamster. Jede Form von Haus- oder Nutztieren verbieten zu wollen, hilft unserem Planeten nicht wirklich. Von Klein auf ein ökologisches Verständnis zu entwickeln dagegen, halte ich für sehr sinnvoll. Wir sind mit dem Tod von der Zeugung an konfrontiert. Wer tot ist, ist ja nicht weg. Der Körper zersetzt sich, wird von Würmern gefressen und dient den Pflanzen als Dünger. Das sollte man durchaus aus der Tabuzone holen.

      Ein ewiges Terrarium ist eine gute Möglichkeit dafür.

      • Schnella sagt:

        ich finde es gut, dass du den Kindern das Erlebnis ermöglichst. aber ob die Versuchsanordnung darunter leiden würde, wenn man die Schnecke beobachtet und sie entweder füttert (falls die Pflanze eingeht) oder sie im Frühjahr aussetzt, damit sie draussen weiterleben kann, das glaube ich halt nicht. was könnte das Kind lernen? manchmal plant man und dann kommt etwas dazwischen und wenn wir den Deckel runternehmen, dann kann das Tier raus und wir fühlen uns gut.
        eine schöne Lernerfahrung. eine Lektion in Nächstenliebe und Respekt.
        die andere Alternative heisst: ich lasse den Deckel druff und dann gehts halt ein. ich habs ja nicht reingetan. (natürlich hast du sie reingetan. irgendwie.)

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